In 24 Dinge, die viele Autorinnen und Autoren nicht mehr hören können habe ich mit einem Augenzwinkern einige Aussagen zusammengefasst, die viele Autorinnen und Autoren oft zu hören bekommen und die nicht immer gut ankommen. Da wir alle ein besseres und respektvolleres Miteinander pflegen sollten, würde es oft schon helfen, manche Bemerkungen ein wenig positiver zu verpacken. Autorinnen und Autoren sprechen gerne über ihre Werke und, wie alle Künstler, werden sie auch gerne gelobt. Dieser Blogbeitrag heißt aber nicht „Wie man Autorinnen und Autoren Honig ums Maul schmiert“. Es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, was der bessere Weg ist, auf uns zuzugehen und  Fragen zum Werk, Werdegang oder unserer Arbeitsweise zu stellen, ohne dass man uns damit (wenn auch ohne es zu beabsichtigen) auf den Schlips tritt.

Um die folgenden Punkte zusammenzutragen, habe ich eine kleine Umfrage bei Twitter gestartet, die viel Zuspruch unter Autorenkolleginnen und -kollegen gefunden hat. An dieser Stelle geht mein besonderer Dank an alle, die sich daran beteiligt haben.

Hier kommen also ein paar ausgewählte Fragen und Aussagen, mit denen ihr bei den meisten Autorinnen und Autoren immer Punkten könnt:

  1. „Dein Buch hat mich zum Nachdenken gebracht.“ Das könnte man natürlich positiv oder negativ auffassen, aber für Autoren ist es schon Kompliment genug, dass die eigene Arbeit eine andere Person so sehr beschäftigt.
  2. „Ich hatte Angst/habe geweint/gelacht, als ich dein Buch gelesen habe.“ Fast nichts macht einen Autoren glücklicher, als starke Gefühle bei den Lesern hervorzurufen.
  3. „Du hast mir schlaflose Nächte bereitet. Das Buch war so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.“ Siehe Punkt 2.
  4. „Wann erscheint dein nächstes Buch? Ich kann es kaum erwarten!“ Viele Autoren fühlen sich oft unter Druck gesetzt, wenn nach dem nächsten Buch oder der heiß ersehnten Fortsetzung gefragt wird. Warum die Frage also nicht mit etwas Positivem versehen?
  5. „Ich möchte mehr von dir/alle deine Bücher lesen.“ Siehe Punkt 4. 
  6. „Ich habe Fan-Fiction zu deinem Buch/deiner Reihe geschrieben.“ Es soll einige Autoren geben, die das befremdlich finden. Andere sehen es aber als großes Kompliment an, dass die von von ihnen geschaffene Welt und ihre Charaktere, dich inspiriert haben. 
  7. „Du bist eine/r meiner Lieblingsautoren.“ Das ist so etwas wie der Heilige Gral. 
  8. Von anderen Autoren oder Kollegen aus der Buchbranche: „Ich würde gerne mit dir zusammenarbeiten/möchtest du Testleser für mein nächstes Buch werden/schreibst du einen Beitrag für unser Magazin/unsere Website/unseren Blog?“ Die Würdigung der eigenen Arbeit auf professioneller Ebene tut besonders gut. 
  9. „Ich habe dein Buch sofort meinen Freunden/Verwandten/Kollegen weiterempfohlen.“ Ohne Leser gäbe es uns Autoren nicht. Also sagt es nicht nur uns, wenn euch unsere Arbeit gefällt, sondern empfiehlt sie weiter, damit wir noch mehr Leute damit erreichen können. 
  10. „Dein Schreibstil ist so authentisch. Es war, als wäre ich mittendrin in der Geschichte.“ Da es mir besonders wichtig ist, meine Leser aus dem Alltag zu entführen, ist dieses wohl eines meiner persönlichen Lieblingskomplimente. 
  11. „Dein Buch hat mir geholfen (z. B. durch eine schwere Zeit).“ Nicht nur Sachbücher wie z. B. Ratgeber können so etwas bewirken. Manchmal liest man eben genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Der Autor wird sich freuen, wenn ihr ihm das mitteilt. 
  12. „Es ist schön, dass du tust, was du liebst/es ist bewundernswert, dass du dein Hobby zum Beruf gemacht hast.“ Viele Autoren müssen sich oft unterschwellige Kritik anhören, dass Autor ja kein richtiger Beruf und das Schreiben keine wirkliche Arbeit sei. Dabei kann man doch von Glück sagen, wenn man mit dem, was man liebt, sein Geld verdient. Dazu gehört auch eine gehörige Portion Mut. 
  13. „Ich habe dein Buch in der Buchhandlung gesehen/eine Person im Zug gesehen, die dein Buch las.“ Freunde, Angehörige und Bekannte, die sich für einen freuen und auch einige Zeit nachdem die Euphorie der ersten Veröffentlichung abgeklungen ist noch Fotos schicken, wenn sie jemanden sehen, der das eigene Buch liest oder darüber spricht, sind unbezahlbar. 
  14. „Deine Charaktere sind so lebendig/sympathisch/ich habe mich in eine Figur verliebt/ich hasse eine Figur abgrundtief.“ Auch hier kommen wieder die Gefühle zum Tragen, die man bei den Lesern auslöst. Viele Protagonisten wachsen den Autoren während des Schreibprozesses sehr ans Herz und wir freuen uns ungemein, wenn es den Lesern ebenso ergeht. 
  15. „Darf ich deine Charaktere zeichnen?“ Oder auch direkter: „Schau mal, ich habe deine Charaktere/einen Ort aus deinem Roman gezeichnet.“ Das ist wie Weihnachten! 
  16. „Bitte hör nie mit dem Schreiben auf.“ Oder auch drohender: „Wehe, du hörst damit auf.“ Dann muss es ihnen wohl gefallen haben. 
  17. „Deine neue Romanidee klingt toll.“ Noch willkommener sind Ideen, Vorschläge und konstruktive Kritik zur Verbesserung dieser Idee (dann sollte man aber viel Zeit und Nerven mitbringen, da das Ganze zu einem stundenlangen Brainstorming ausarten könnte).
  18. „Würdest du mir dein Buch signieren/ein Autogramm geben?“ Für mich ist das immer noch sehr neu und ungewohnt, aber es ist schon ein schönes Gefühl, ein paar Fans zu haben. Das kann wohl niemand bestreiten. 
  19. „Ich möchte dir gern Feedback zu deinem Buch geben/eine Rezension schreiben.“ Toll, dass du daran gedacht hast, deine Meinung mit der Autorin/dem Autoren zu teilen. Feedback ist für Autoren unheimlich wichtig, denn nur so können wir uns weiterentwickeln und verbessern. 
  20. „Toll, dass du deinen Traum lebst und so viel Arbeit hinein steckst.“ Ohne eine Spur von Neid, Sarkasmus oder unterschwelliger Kritik.

..

Diese Liste kann selbstverständlich in den Kommentaren ergänzt werden. Ich freue mich über eure Ideen und/oder Erfahrungsberichte.

6 Antworten auf „20 Dinge, die viele Autorinnen und Autoren gerne hören

  1. Auch ich habe schon das eine oder andere Lob, wie es hier im Beitrag erwähnt wird, erhalten. Daher kann ich bestätigen, dass diese Art der Anerkennung Balsam für meine Seele ist und mir bereits über Zeiten (Schreibblockaden, krankheitsbedingte Schreibpausen usw.) hinweghelfen konnte.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Katy!
      Danke für deinen Input. Das freut mich, dass du schon das eine oder andere Lob bekommen hast. Das sollten wir den Lesern, Freunden und Bekannten auch immer sagen, wie sehr es uns in manchen Situation helfen kann. 🙂

      Gefällt mir

  2. Hallo Carina,
    super zusammengetragen. Leider habe ich deine Aktion auf Twitter verpasst, hätte aber wohl den einen oder anderen Punkt auf deiner Liste genannt. Wirklich alles Balsam für die Seele und Motivation sich durch die nächsten hundert Seiten zu ackern ;-).

    Liebe Grüße
    Sandra

    Gefällt 1 Person

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