Dieser Beitrag soll bitte mit Humor aufgefasst werden, ganz so wie ich immer versuche, die folgenden nervtötenden Fragen und Kommentare, die mir Freunde, Familie und Bekannte (Achtung, hier sind nicht die Leser angesprochen!) stellen, mit Humor zu nehmen. Und an alle, die mir schon einmal eine oder mehrere dieser Fragen gestellt haben: keine Sorge, ich habe euch immer noch lieb. Ich bin ja auch froh, dass ihr überhaupt mit mir über meine Bücher sprechen möchtet. 😉 

Pünktlich zum ersten Dezember kommt hier eine Liste mit 24 Fragen und Kommentaren, die ich mir leider, seit ich Autorin bin, von den Leuten in meinem näheren Umfeld viel zu oft anhören muss. Eine Art Adventskalender sozusagen. Ergänzt wurde die Liste übrigens von einigen lieben Autorenkolleginnen und -kollegen, denen es ebenso geht wie mir. Legen wir mal los:

1. „Hast du das selbst erlebt?“ Ja, ich habe als Kurtisane am Hof eines Königs gelebt, bin auf fliegenden Pferden geritten und habe magische Kräfte … duh!

2. „Ich habe einen Fehler in deinem Buch entdeckt.“ An sich ist es toll und wichtig, dass du mir das mitteilst. Hast du aber vielleicht mal daran gedacht, dir aufzuschreiben, wo der Fehler ist, damit ich ihn verbessern kann? Nein? Super, sehr hilfreich. 

3. Mein persönlicher Liebling: „Dein Buch gibt es nur als E-Book?“ Streu noch Salz in die Wunde, vielen Dank …

4. „Kann man dein E-Book im Buchladen kaufen?“ ES IST EIN E-BOOK!!!

5. Von Freunden/Familie: „Komme ich in deinem Buch vor?“ Aber klar doch. Der geflügelte Magier mit dem Waschbrettbauch, das bist du. Hast du dich etwa nicht wiedererkannt?!

6. „Gibt es dieses Wort wirklich?“ Nur weil du noch nie von einem Wort gehört hast, heißt das nicht, dass es nicht existiert. Das gilt für so ziemlich alles im Leben.

7. „Deine Geschichte klingt ja genauso wie … (beliebiges bekannteres Buch einfügen).“ Ich schäme mich, dass ich nach Jahrhunderten der literarischen Schaffensgeschichte nicht die eine zündende Idee hatte, die noch keiner vor mir gehabt hat.

8. „Hattest du Mitspracherecht beim Titel / Cover?“ / „Warum hast du denn diesen Titel / dieses Cover gewählt (mit dieser leicht unterschwelligen Kritik)?“ Nein. Das haben Verlagsautoren prinzipiell selten.

9. „Oh, du schreibst Fantasy? So wie Der Herr der Ringe mit Feen und so? Das ist ja nicht so mein Genre.“ Schön für dich. Aber es gibt da so ein paar Millionen Menschen, die das gerne lesen. Und nein, in meinen Büchern gibt es keine Feen.

10. „Wie viele Bücher hast du schon verkauft?“ / „Wie viel verdienst du?“ Selbst wenn ich es mehr als zweimal pro Jahr erfahren würde, würde ich es dir nicht sagen. Ich frage doch auch nicht meine Kollegen/Nachbarn/flüchtigen Bekannten/den Briefträger, was sie in ihrem Brotjob verdienen. Oder noch besser bei ihrem Hobby: und wie viel verdienst du denn so beim Tennisspielen?

11. „Ich schreibe eine Rezession für dich.“ Du meinst wohl eine Rezension. (An alle, die es noch nicht wissen, hier die Definition von Rezession aus dem Duden: Rückgang der Konjunktur)

12.  „Das Cover finde ich ja nicht so gelungen.“ Dann schreib doch bitte eine E-Mail an den Grafikdesigner des Verlags, damit er das nächste Mal genau deinen Geschmack trifft.

13. „Autor sein ist ja kein richtiger Beruf“ / „Du kannst ausschlafen und sitzt ja nur vor dem Computer.“ Und was mache ich da wohl, vor dem Computer? Der 700-seitige Roman hat sich wohl von selbst geschrieben.

14. Was sich die armen Star-Autoren wohl ständig anhören müssen: „Wann kommt die Fortsetzung?“ / „Wieso brauchst du so lange?“ Ihr werdet George R. R. Martin noch in den Wahnsinn treiben. Geduld, bitte!

15. Feedback von Testlesern (Freunden oder Familie): „Das ist alles perfekt, kannst du so veröffentlichen.“ Der Fehler liegt da wohl bei uns Autoren. Freunde/Familienmitglieder sind eben keine neutralen Testleser und sie meinen es ja nur gut.

16. „Schreiben kann doch jeder. Ich wollte ja auch schon immer mal ein Buch schreiben, habe aber keine Zeit.“ Kommt meistens von den Experten, deren Facebook-Posts schon voller Rechtschreibfehler sind.

17. „Hast du keine Angst, dass dir die Ideen ausgehen?“ Dann wäre ich definitiv im falschen Beruf.

18. „Bist du jetzt reich und berühmt?“ Jap, ich habe mir vor Kurzem eine Villa auf Hawaii gekauft und kann nur noch mit Sonnenbrille das Haus verlassen. Schlimm, diese Paparazzi.

19. „Kannst du jetzt vom Schreiben leben?“ Salz in die Wunde!!

20. „Kennst du jetzt alle berühmten Autoren wie Fitzek und so und hängst mit denen ab?“ Na klar, alle Autoren der Welt sind in einem großen Autorenclub und wir treffen uns einmal im Monat zum Stammtisch.

21. „Wieso hat dein Buch kein Happy End / stirbt diese und jene Figur / kommt dieses und jenes Pärchen nicht zusammen?“ Weil es uns Autoren eine diebische Freude bereitet, euch Leser mit so etwas zu ärgern.

Und weil ich gelernte Übersetzerin bin, muss ich mir auch Folgendes anhören:

22. „Hast du dein Buch auf Deutsch geschrieben?“ Nein, auf Suaheli oder auf jeder anderen Sprache, nur nicht meiner Muttersprache, auf der Autoren meistens ihre Bücher schreiben.

23. „Wird dein Buch ins Englische übersetzt?“ Na klar, es wird natürlich ein internationaler Bestseller, der in mindestens 25 Sprachen übersetzt wird. Weil das ja so oft passiert.

24. „Wirst du dein Buch selbst in andere Sprachen übersetzen?“ Jap, genauso läuft das … nur weil ich Übersetzerin bin, werde ich mich hinsetzen und mein Buch in drei Sprachen übersetzen. Ich habe ja sonst nichts zu tun. Und natürlich werde ich auch auf wundersame Weise dafür bezahlt werden.

Natürlich hat diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich habe nur eine Auswahl getroffen. Es gibt noch unzählige weitere nervige Aussagen und Fragen, über die wir Autoren uns im stillen Kämmerlein untereinander austauschen. Aber wie gesagt, wir nehmen es mit Humor! Herzlichen Dank an alle Autorinnen und Autoren, die zu diesem Artikel beigetragen haben.

In diesem Sinne, fröhliche Weihnachten euch allen! 🙂

 

 

 

11 thoughts on “24 Dinge, die viele Autorinnen und Autoren nicht mehr hören können

  1. Ich kann noch ergänzen:

    „Du schreibst?“ – Haha, reingefallen. Hat bisher keiner gemerkt.
    „Woher bekommst du nur die Ideen?“ Nennt sich Gehirn, ist ein ziemlich krasses Teil.
    „Wann machst du das denn alles?“ (Aufs Schreiben bezogen) – In den Pinkelpausen. Deswegen trinke ich so viel.
    „Wie lange brauchst du für ein Buch?“ – Meistens bis es fertig ist.
    „Und bei welchem Verlag bist du?“ „Bei keinem, ich bin Selfpublisher“ – Stille. Völlige Resignation sowohl was den Begriff angeht, als auch bei der Vorstellung ich stehe tagelang am heimischen Drucker.

    Hach, Autor sein ist toll 🙂
    Andreas

    Gefällt 3 Personen

    1. Hi Andreas,
      da hast du mich echt zum Schmunzeln gebracht. Danke für deine tollen Ergänzungen. Du sprichst mir (und wahrscheinlich vielen anderen auch) aus der Seele. Und ja: Autor sein ist trotzdem toll! 🙂
      Liebe Grüße
      Carina

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      1. Vielen Dank, liebe Jurenka! Das musste einfach mal gesagt werden. 😉
        Ich freue mich besonders über deinen Kommentar, da ich ein großer Fan von Schreibfluss bin und die Online Autorenmesse gespannt verfolgt hab. So eine tolle Idee! Ich freu mich schon auf die nächste.
        Herzliche Grüße
        Carina

        Gefällt 1 Person

  2. Hallo Carina,

    also bei einigen Sätzen kann ich Dich sehr gut verstehen, bei anderen sehr gut den Leser. ^^
    Ich finde ja 4 und 6 am besten.
    Ich denke, viele Fragen entstehen, weil man von dem Beruf Autor nichts weiß. Und wenn man nicht bloggt, dann weiß man darüber noch viel weniger. Bei einer Krankenschwester oder einer Bankangestellten weiß man zumindest so ungefähr, wie da die Ausbildung aussieht. Und man weiß auch ungefähr, wie viel jemand verdient. Aber bei so kreativen Berufen ist man völlig planlos. Ich kann gut verstehen, dass Dich das nervt, so wie einem vermutlich alle Fragen nerven, die einen endlos gestellt werden. Aber ich kann auch verstehen, dass die Leute das fragen.
    Nr 8 wusste ich jetzt zB auch nicht.
    Punkt 14: Ich weiß jetzt nicht, wie oft Du das gefragt wirst und wie schnell nach einem Roman. Aber ganz ehrlich, wenn man 5 Jahre oder länger auf eine Fortsetzung warten muss, dann ist das nicht mehr lustig. Für mich ist das, wie wenn Mircosoft sagen würde, also Windows 10 ist mit der neusten Technick zwar nicht mehr kompatibel, aber tut uns leid, Ihr müsst noch warten. Wir können Euch auch nicht sagen, wann da was neues kommt. Oder wie wenn mir jemand einen Herd verkauft und die Kochplatten aber erst in 5 Jahren nachliefert.
    Also ich kaufe zB inzwischen nur noch Mehrteiler, wo ich weiß, ich muss nicht länger als ein Jahr auf die Fortsetzung warten. Das sehe ich wirklich ganz unpathetisch als Dienstleistungsgeschäft.

    Zu Punkt 16 habe ich auch eine Geschichte. Ich war mit einer Bekannt im Buchladen. Bekannte liest nicht und fragt mich schon nach 2 min ob ich fertig bin. Da ich noch nicht fertig war 😉 stöbert sie rum und meint plötzlich (ziemlich laut): Ha, das Buch hätte auch von mir sein können. Ich: Warum? Sie: Da steht ein Satz, den hätte ich genau so schreiben können. *fremdschäm* Und schnell die Flucht ergriffen.
    Ich war nie mehr mit ihr shoppen.

    Liebe Grüße
    Lilly
    (Absicht, dass man sich hier nicht mit google einloggen kann?)

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    1. Liebe Lilly,
      danke für deine ausführliche Nachricht. Das ist echt interessant das Thema aus deiner Perspektive zu beleuchten. 🙂
      Was ich noch einmal klar stellen möchte, ist, dass sich mein Artikel eher an Freunde, Bekannte und Familienmitglieder von Autorinnen und Autoren richtet, die mich diese Fragen vermehrt gefragt haben, seit ich mein erstes Buch veröffentlicht habe. Ich habe das jetzt auch entsprechend im Text oben angepasst, damit es diesbezüglich keine Missverständnisse gibt.
      Über Leserfragen freue ich mich grundsätzlich sehr, beantworte diese auch gerne und habe auch schon einige Interviews gegeben. Die meisten Leser fragen ja auch nicht solche Fragen (außer vielleicht die mit der Fortsetzung).
      Aber du hast recht, leider denken viel zu viele Leute, es wäre einfach, ein Buch zu schreiben und jeder könnte es, was wirklich nicht der Fall ist.
      Liebe Grüße
      Carina

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  3. Zu Punkt 1 sage ich, dass wenn ich manchmal einen Verwandten gebeten habe, mit zuzuhören, wenn ich ein Kapitel lese, dann bekam ich schon gesagt,:Ach schreibe dir nur von der Seele, was du erlebt hast, dann wird Alles wieder gut und ich bin entsetzt. Für welche Zeitung schreibst du so etwas? Das ist oft irre, was mir dann noch so zugetraut wird.
    Liebe Grüße Anneli Treibig

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  4. Wunderbar 😀 da ich selbst noch nicht wirklich viel veröffentlicht habe, liebe ich besonders: worum geht es denn so? – wenn ich das in einem Satz sagen könnte, würde ich kein ganzes Buch schreiben. oder: schreib doch mal so nen Harry Potter, dann wirst du total reich – sicher, den gibt es ja nicht schon.
    oder, ganz grauenhaft, nach einem Poetryslam: Deine Texte verstehe ich ja immer nicht, aber vielleicht sollte ich auch vorher nicht so viel kiffen – kein Kommentar.
    Da braucht man schon eine Menge Selbstironie, um sich das alles anzuhören und nicht einfach wegzugehen (oder im nächsten Thriller mal die klugen Kommentargeber zu „verarzten“)
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo!
      Ja, da hast du noch ein paar gute genannt. Danke für‘s Ergänzen. Und du hast vollkommen recht: der Schlüssel ist eine gehörige Portion Selbstironie. Wenn es gute Freunde sind, muss man es auch einfach vergeben, da es ja nicht böse gemeint ist und meistens aufgrund von echter Unwissenheit gesagt wird. Aber manch andere Kommentare könnten sich die Leute echt sparen.
      Liebe Grüße
      Carina

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